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Erstellt am 13.09.2009

Rundreise durch Bosnien-Herzegowina

   

Im Sommermonat August bereisten wir als Familie mit einem Kleinkind (4 Jahre) und einem Baby (10 Monate) Bosnien-Herzegowina und lernten ein sehr facettenreiches Land kennen.

Mit der Eisenbahn fuhren wir von München aus über Zagreb nach Sarajevo (dt. auch Sarajewo), die Haupstadt und Regierungssitz von Bosnien-Herzegowina. Bis 2008 war Sarajevo auch offizielle Hauptstadt der Republika Srpska (dt. auch Serbische Republik), deren neue Haupstadt nun Banja Luka ist.
In Sarajevo wohnten wir im Hotel Central, einem für fußläufige Unternehmungen wirklich sehr zentral gelegenem Luxushotel mit persönlicher Atmospähre und super nettem Personal. Unsere 40 qm-Junior Suite mit schönem Badezimmer (Jacuzzi-Badewanne!) ermöglichte uns die wohlverdiente Erholung nach spannenden Stadtrundgängen bzw. Tagesausflügen. Das umfangreiche Frühstück wurde uns täglich frisch in bester Qualität zubereitet an den Platz serviert. Die hauseigenen Wellnesseinrichtungen ließen wir uns nicht entgehen, wenn auch die Schwimmbadtemperatur recht frisch war. Das ist uns aber in anderen östlichen bzw. südöstlichen europäischen Ländern auch schon aufgefallen, dass die Bader sich wahrlich gerne abzukühlen scheinen.
In Sarajevo fallen dem Betrachter viel mehr Moscheen als (römisch-katholische oder serbisch-orthodoxe) Kirchen respektive Synagogen auf. Diese Gotteshäuser liegen jeweils nicht weit voneinander entfernt, so dass Sarajevo gelegentlich Klein-Jerusalem oder auch Europäisches Jerusalem genannt wird. Wenn man bedenkt, dass erst vor 14 - 17 Jahren der Bosnienkrieg in Sarajevo viele Menschenopfer aller Volksgruppen forderte und auch hohe (heute oft noch gut sichtbare) Schäden an der Infrastruktur anrichtete, präsentiert sich heute die Stadt als attraktive und sehr lebensfrohe, moderne Stadt. Wir waren während des Sarajevo Film Festivals zu Gast und tauchten ein in das quirlige Nachtleben. Wir bemerkten neben der Unbeschwertheit der Sarajevoer auch die sommerluftig knapp und mediterran gekleideten Mädchen, oftmals in Begleitung ihrer muslimischen Freundinnen, die ihrerseits traditionell, zugleich in prächtigen Farben und dabei keineswegs allzu konservativ sondern modisch gewandet waren.
Ein Tagesausflug führte uns mit dem Zug auf einer traumhaften Strecke entlang spektakulärer Berg- und Seenlandschaften von Sarajevo nach Mostar, wo die Auswirkungen des Bosnienkrieges von 1992 - 1995 noch stärker und zahlreicher als in Sarajevo zu sehen sind. Dennoch präsentiert sich die größte Stadt der Herzegowina bunt und heiter. So gibt es an der Alten Brücke (Stari Most), das Wahrzeichen Mostars, wie eh und je junge Männer der Stadt, die traditionell von der Alten Brücke in den Fluss Neretva springen. Gerne nach Bezahlung durch Touristen. Kondition und Mut sind hierfür angesagt. denn die Neretva ist recht kalt und die Alte Brücke immerhin 12 m hoch. Der Brauch geht angeblich zurück ins Jahr 1664. Während des Bosnienkrieges wurde die Alte Brücke zerstört und danach wieder hergestellt. Beim Wiederaufbau der Brücke wurden, soweit noch vorhanden und nutzbar, die alten Steine wiederverwendet. Die fehlenden wurden aus dem selben Steinbruch geliefert, aus dem die ersten Steine aus den Erbauungsjahren von 1566 bis 1566 stammen.

Tradition und Moderne - Bosnien-Herzegowina hat beides wundervoll und sehr sympathisch vereint!








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