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  • Funktion im Reisebüro:  Reiseverkäufer/in
  • im Reisebüro beschäftigt seit 1993

Erstellt am 13.01.2009

Per Schiff auf dem Mekong von Saigon nach Kambodscha

Das „Lächeln der Khmer“ begegnet uns schon beim Einschiffen auf der MS Lan Diep (Phönix-Reisen). Eine freundliche, sehr serviceorientierte Crew, die uns jeden Wunsch von den Augen abliest und unsere Flusskreuzfahrt auf dem Mekong in den nächsten 2 Wochen zu einem echten Erlebnis werden lassen.

Die beste Reisezeit ist in den Wintermonaten (Oktober bis März).  Ab Ende Oktober geht die Regenzeit zu Ende und das Land erblüht in saftigem Hellgrün. Die Temperatur klettert auf satte 30 Grad, die Luft ist samtweich und feucht – eine Wohltat für die Haut und auch für die Seele.

Mit dem Ende der Regenzeit können wir das Phänomen eines Monsuns gelegentlich erleben, wenn unser Schiff auf eine dunkelgraue Wolkenwand zusteuert, die sich plötzlich am Horizont auftürmt und zunehmend mächtiger wird. Von allen Seiten schiebt sie sich voran und schließt uns förmlich ein. Das Gefühl der Beengung macht sich breit, die Luft wird schwül und stickig. Die Welt um uns herum sehnt sich nach Erleichterung. Blitzschnell und heftig entlädt sich dann ein Wolkenbruch, wie wir ihn in unseren Breiten nicht kennen. Wie aus Eimern gegossen prasselt der Regen in schweren Tropfen auf die Welt. Minutenlang. Die Erde dampft, die sonst ruhige Wasserfläche brodelt und kleine Wellen hüpfen um unser Schiff. Wir stehen an Deck, geschützt durch ein Sonnensegel und staunen über die Macht der Naturgewalten. Wir atmen tief durch, denn die Luft ist jetzt wieder würzig und rein. Und mit dem letzten Regentropfen verschwindet der Spuk genau so plötzlich, wie er begonnen hatte. Vom strahlend blauen Himmel lacht uns die Sonne entgegen und wir fühlen uns erlöst und wie neu geboren.

Sanft gleitet die MS Lan Diep auf den Wassern des Mekong. Wenngleich auch die Tempel von Angkor das Ziel und den Höhepunkt der Reise ausmachen, so ist doch hier der „Weg das Ziel“. Jeden Tag gibt es Ausflüge, die uns das Leben an den Ufern veranschaulicht. Auf kleine Boote steigen wir um und erkunden die Umgebung. Sowohl in Vietnam als auch in Kambodscha leben die Menschen hier zum Teil sehr ärmlich in auf Stelzen gebauten Holzhütten. Ihr Ernährer ist der Fluss. Die wenigen Touristen tragen ein wenig zu ihrem Lebensunterhalt bei. Bisher wird aber wegen Reisenden noch nicht viel Aufhebens gemacht. Kaum Verkaufsstände und keine Bettlerei. Dagegen sehr freundliche, unbedarfte Menschen; Lächeln wo man hinschaut.

Einige kleinere Dörfer und Städtchen liegen auf unserem Kurs. Natürlich auch Phnom Penh, die Hauptstadt von Kambodscha. Erstaunlich, wie sich diese Stadt von dem Bürgerkrieg erholt hat. Pulsierendes Leben in allen Straßen, Cafes, Restaurants, Kneipen, Kaufhäuser, Märkte, Pagoden und das Wahrzeichen, der Königspalast. Das Areal, an den Fluss grenzend, ist kleiner als das in Bangkok, die Gebäude sehen aber ähnlich aus und erinnern auf jeden Fall an Bangkok. Wer dort noch nicht war, wird hier ins Staunen kommen.

Das Essen an Bord ist nicht nur abwechslungsreich, sondern auch ganz besonders schmackhaft. Eine gesunde Mischung aus asiatischen, dem europäischen Gaumen angepasste Küche, garantiert mit abgekochtem Wasser zubereitet. So kann man sich als Reisender auf dem Schiff ohne Bedenken verwöhnen lassen.

Die Kabinen passen sich im Design der Gesamtkonzeption des Schiffes an: Edle dunkle Hölzer, einfach in der Gestaltung, aber geschmackvoll und mit viel Liebe zum Detail verarbeitet. Die Kabinen verfügen über zwei Betten (unten mit Schubladen), einen relativ großen Einbauschrank, Nachtkästchen, Schreibtisch und ein Bad mit Waschbecken, Dusche und WC. Die Fenster haben Rollos und eine individuell einstellbare Klimaanlage sorgt für die persönlich optimale Raumtemperatur.

Der Tonle Sap-See ist der größte Süßwassersee Süd-Ost Asiens. Je nach Jahreszeit schwankt seine Größe: von 2600 qkm in der Trockenzeit bis zu 10.000 qkm in der Regenzeit. Durch seinen Fischreichtum (mehrere hundert Arten) wurde er in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

Einen ganzen Tag und eine Nacht lang durchqueren wir ihn von Süd nach Nord und ankern dann kurz vor seinem nördlichsten Ufer. Von dort aus bringen uns Boote und Busse zu den legendären Urwaldtempeln von Angkor, die ebenfalls von der UNESCO geschützt und gepflegt werden.

Wider Erwarten ist der Andrang groß – die Welt hat Angkor wiederentdeckt. Alle Sprachen kann man hören – englisch, französisch, italienisch, spanisch, deutsch und die asiatischen, die wir nicht unterscheiden können. Gruppen und Einzeltouristen warten an einem der Eingänge auf Einlass. Zunächst muss man sich je nach Aufenthaltsdauer einen „Tempelpass“ besorgen für einen, drei oder fünf Tage.

Unsere Besichtigung beginnt mit Angkor Wat, dem wohl berühmtesten Tempel dieses Areals. Seine markanten Türme ragen majestätisch gen Himmel, der Weg bis zu seinen gewaltigen Mauern ist mehrere hundert Meter lang. Ein Gigant unter den Angkortempeln und sagenhaft schön. Innenhöfe und Galerien schleusen uns in sein Innerstes, während unser örtlicher guide versucht, uns Tradition und Denkweise der alten Khmer zu vermitteln. Filigrane Tänzerinnen (Asparas) zieren die Fassaden, vom Zahn der Zeit teilweise schon angegriffen. Mühevoll versucht man, sie zu restaurieren und vor dem Verfall zu retten. Einige Stunden kann man in Angkor Wat verbringen, bis man glaubt, alles gesehen zu haben.

Da die einzelnen Tempel oft Kilometer voneinander entfernt sind, fahren wir mit dem Bus weiter. Plötzlich lichtet sich der Dschungel und wir stehen vor dem Bayon-Tempel. Das sanfte  Lächeln der Khmer schaut hundertfach auf unser hernieder und spiegelt sich in einem kleinen See vor der Anlage. Wir besichtigen den Tempel von allen Seiten und erklimmen dann die einzelnen Etagen. Von allen Seiten sind wir eingerahmt von gütigen Gesichtern aus Stein. Sie strahlen eine friedliche Stille und Sanftmut aus, die uns ergreift.

Einige sehenswerte Tempel stehen auf unserem Programm. Zum Schluss kommen wir an dem geheimnisumwitterten Ta Prom-Tempel an. Geheimnisvoll und mystisch liegt er vor uns: vom Urwald überwuchert, von Würgefeigen umklammert und von den mächtigen Baumkronen verhüllt. Der Waldboden ist uneben, durchzogen von Wurzeln, die über und unter der Erde ihr zerstörerisches Werk vollbringen. Langsam aber unaufhaltsam umklammern sie die alten Gemäuer und bringen sie zu Fall. Hie und da durchbricht ein Sonnenstrahl das gewaltige Blätterdach und taucht den geheimnisvollen Ort in unergründliches Licht. Wie ein verwunschenes Märchenschloss verzaubert uns dieser magische Tempel und veranschaulicht die Kraft der Natur.

Ungern fliegen wir nach 2 Wochen wieder nach Hause. Mit vielen Eindrücken einer längst vergangenen Hochkultur und dem quirligen Leben an den Ufern des Mekong.








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