Hier finden Sie viele interessante Informationen direkt vom DERPART Reise-Experten.
Reise-Experten-Blog
Reisebüro Fahrmbacher GmbH anzeigen
- Altstadt 77
- 84028 Landshut
- Tel 0871/9229333
- Fax 0871/9229339
Erstellt am 12.01.2009
Usbekistan - Zauber der Seidenstraße
Studienreisen, Asien - MS @ 17:54
Wer den Orient und seine imposante Baukunst liebt, wird von Usbekistan begeistert sein. Und sich wundern. Denn wenn auch Moscheen und Minarette in höchster Vollkommenheit ihre Besucher in ihren Bann ziehen, so ertönt doch kein Muezzin. Seine Rufe zum Gebet sind in Usbekistan nämlich verboten – die Nachwehen der Sowjetzeit. Freundliche Menschen mit russischem oder mongolischem Einschlag, die so unverschleiert und westliche gekleidet irgendwie gar nicht so recht zu den Moscheen passen, prägen das Stadtbild.
Dollar sind out, Euro sind in. Man kann mittlerweile überall Euro tauschen, teilweise sogar mit ihnen bezahlen, zumindest wenn das Kaufobjekt ein bisschen was wert ist. Kleinigkeiten zahlt man in Landeswährung. Es gibt hier, im Herzen der legendären Seidenstraße, logischerweise Seidenstoffe zu kaufen. Maulbeerbäume sind allgegenwärtig, deren Blätter die Seidenraupen dick und fett werden lassen. Die Kokons werden gekocht und aus ihnen der Spinnwebenfeine, mehrere Kilometer lange Seidenfaden gewonnen. Mehrere Fäden zusammen werden zu einem gesponnen, gefärbt und zu Mustern verwebt oder zu Teppichen geknüpft. Die typischen usbekischen Muster sind jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und entsprechen im Allgemeinen wenig unserem Geschmack. Aus den Beeren (die gibt’s in weiß und dunkelrot) des Maulbeerbaumes wird Marmelade gemacht, ein typisches und zugleich günstiges Souvenir.
Am besten reist man ab Sept-Nov oder März-Mitte Mai nach Usbekistan. Dazwischen ist es zu heiß oder zu kalt. Um die Highlights ihrer Einzigartigkeit nach in der „richtigen“ Reihenfolge zu bestaunen, sollte die Route von Taschkent aus über Samarkand und Buchara gehen und Chiwa an den Schluss stellen. Denn Chiwa ist – und da sind sich die Touristen einig – das Glanzstück einer Usbekistanreise.
Nun sind wir unterwegs von einer prachtvollen Moschee zur nächsten, bestaunen monumentale Grabbauten, bombastische Innenausschmückungen und großzügige Innenhöfe. Wir sind gefangen in einer Welt aus floralen Arabesken, verschnörkelter Kalligraphie und türkisfarbenen Kacheln. Formvollendet, wunderschön, uralt. Ein Eldorado für Fotografen.
Samarkand ist entgegen aller Katalogausschreibungen jedoch weder sagenumwoben noch geheimnisvoll. Samarkand ist eine Großstadt mit all den Tributen, die das Leben in einer solchen ausmacht: Verkehrslärm, Smog, Hektik und Geschäftigkeit. In ihrer Mitte dann als Ruhepol der „Registanplatz“, ein Relikt aus der ruhmreichen Vergangenheit der Seidenstraße: Drei monumentale, sich gegenüber stehende Moscheeportale. Weltkulturerbe. Natürlich!
Unweit von Samarkand entfernt die Gräberstadt Shaxrisabz. Vielleicht stellt man sich ganz banal einen Friedhof vor. Weit gefehlt! Hier bummelt der Besucher durch eine lange, schmale Passage, links und rechts flankiert von imposanten Portalen. Gigantomanie pur. Absolut sehenswert. Natürlich ist das ganze Ensemble ebenfalls Weltkulturerbe.
Die usbekische Küche, aus der kargen Steppe hervorgegangen, könnte man als deftige Hausmannskost bezeichnen. Und tatsächlich entpuppt sich das Essen als schlicht und unauffällig. Plow, ein Eintopfgericht aus Hammelfleisch und diversen Gemüsesorten, stundenlang gekocht nach alter Tradition ist allgegenwärtig. Ebenso Nudelsuppe. Wer Schaschlik bestellt, bekommt Fleisch pur auf seinem Spieß. Als ganze Stücke oder als Hackfleischbällchen, teilweise sehr fett.
Achtung Baumwollöl! Die Besonderheit der usbekischen Küche ist die, dass mit Baumwollöl gekocht, gebraten, frittiert und gebacken wird. Man schmeckt es nicht, aber man spürt es. Garantiert! Allerdings erst, wenn’s dann im Bauch schon grummelt.
Es gibt keine einzige Reisegruppe, so unser Reiseleiter, die je eine Usbekistanreise überstanden hätte, ohne von Magen- und Darmbeschwerden heimgesucht worden zu sein. Dementsprechend sollte man besonders vorsichtig, und für den Notfall vorbereitet sein!
Nachdem wir die Stadt Buchara, ebenfalls mit Superlativen der arabischen Baukunst gespickt, und daher die komplette Altstadt in der Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen, hinter uns gelassen haben, geht es weiter Richtung Chiwa.
Nach einer ganz besonders langen, staubigen Fahrt durch die Wüste Kysylkum, öde und trostlos, mehr Steppe als Wüste, kommen wir in Chiwa an. Gerade bei untergehender Sonne. Endlich! Nun hält uns nichts mehr im Bus! Hinter einer gewaltigen Wehrmauer, in goldenes Licht getaucht, verbirgt sich Chiwa vor neugierigen Blicken. Doch unsere Begeisterungswelle überrollt die Stadt und unsere Fotoapparate leisten Schwerstarbeit. Bis es dunkel wird streifen wir durch ihre schmalen Gassen und staunen.
Plötzlich erscheint das silberne Licht der Mondsichel über der Stadtmauer. Langsam steigt sie am schwarzen Himmel empor. Und genau über ihrem Bruder, dem Halbmond eines Minarettes, scheint sie stehen zu bleiben! Was für ein harmonischer Tagesausklang. Romantik pur!
Die Reise neigt sich ihrem Ende zu. Am nächsten Tag geht es per Flug zurück nach Taschkent. Mit einem Besuch in der Oper – Schwanensee steht auf dem Programm – verabschieden wir uns von Usbekistan. Nach einem sechsstündigen Flug nach Frankfurt löst sich die Reisegruppe auf und jeder geht seiner Wege. Mit vielen schönen Erinnerungen an ein Land, das vor vielen hundert Jahren das Herz der legendären Seidenstraße darstellte.
E-Mail an Ihren Reise-Experten
Suchen innerhalb dieses Blogs
Reisedestinationen
- Asien (3)
- Südamerika (1)
- Naher Osten (1)
- Afrika (2)
- Europa (0)
- Karibik (0)
Reisekategorien
- Kreuzfahrten (1)
- Studienreisen (5)
Letzte Veröffentlichungen
- Aufzählung "meiner" Rundreiseländer
- Peru, das legendäre Goldland














