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Erstellt am 09.10.2008

Reise mit dem Camper durch Kalifornien in den USA

   

Im vergangenen Jahr nutzen mein Kumpel und ich die Gelegenheit, im Anschluss an eine Seminarreise nach San Francisco, noch eine einwöchige Campertour durch Californien nach Las Vegas anzuhängen. Wir starteten unsere kleine "Erlebnisreise" also mit der Übernahme des Campers in San Fancisco. Da die Übernahme immer nur am Mittag, bei Tageslicht, erfolgen kann und man ein wenig Zeit dafür mitbringen muss, empfiehlt es sich nach Ankunft in den USA zunächst zwei bis drei Tage ein Hotel zu buchen, sich zu aklimatisieren und sich die Stadt ein wenig anzuschauen - was speziell in San Francisco mit einem Camper sowieso ein wenig nervenaufreibend wäre.

San Francisco

Prinzipiell empfehlen sich zwei Region, in denen man seine Unterkunft wählen sollte. Zum Einen die Gegend um den idyllischen Hafen "Fisherman`s Wharf", zum Anderen etwas zentraler gelegen am "Union Square". Beide Viertel sind mit der berühmten "Cable Car" verbunden und empfehlen sich als Standort für viele Ausflüge. Neben einer Fahrt mit dem erwähnten, nostalgischen "Cable Car" gehört zu einem Aufenthalt in San Francisco natürlich der Besuch der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz und eine Fahrt über die legendäre "Golden Gate Bridge". Veranstalter wie z. Bsp. DERTOUR bieten aber auch etwas ausgefallenere Ausflüge, wie eine Mountainbike-Tour durch die Stadt oder einen Helikopterflug zum nahegelegenen Napa Valley mit Lunch an.

Campmobil

Die Anmietung der Camper erfolgt - wie gesagt - immer am Mittag. Die meisten Vermieter wie El Monte oder Cruise America bieten eine Abholung im Stadthotel an (häufig gegen Aufpreis bereits vor der Reise buchbar). Die Vermietstationen befinden sich meist ein wenig außerhalb der Innenstädte, da es sich um riesige Areale handelt, auf denen die Fahrzeuge bereitgehalten werden. Die Dimensionen der Camper sind in keinster Weise mit den bekannten Modellen, die wir kennen, vergleichbar. Hier gilt, wie so vieles in den USA: "bigger is better". Welche Größe für welchen Reisenden geeignet ist und welche Zusatzpakete (Freimeilen, Versicherungen, Campingzubehör,etc.) sinnvoll sind müssen von Fall zu Fall entschieden werden und können am Besten im Zuge eines Beratungsgespräches im Reisebüro besprochen werden. Nach der Begrüßung in der Vermietstation schaut man sich zunächst einen ca. 50 Minütigen Video über die Handhabung des Campmobils an. Dies macht auch Sinn, da verschiedenen Funktionen, wie der Generator, der Abwassertank, die Dusche, etc... ausführlich erläutert werden müssen. Hat man alles verstanden, erhält man am Fahrzeug noch eine persönliche Einweisung und kann endlich loslegen...

Auf Grund der breiten Straßen und rücksichtsvollen Fahrweise der Amerikaner ist das Reisen in einem Campmobil wirklich sehr problemlos. Selbst in größeren und kleineren Städten hatten wir nie Probleme einen geeigneten Parkplatz zu finden, oder auf Straßen zu stoßen, die nicht passierbar waren.

Der "Highway Number 1" / San Francisco - Los Angeles

Unsere Reise führte uns aus San Francisco, über die "Golden Gate Bridge", entlang des grandiosen Highway No. 1 in südliche Richtung nach Los Angeles (L.A.). Eine erste Kaffee-Pause legten wir bereits in dem kleinen Surfer Städtchen "Santa Cruz" an der "Monterey Bay" ein. Hier überkam uns das erste Mal ein Hauch des Gefühls des "American Way of Life": Man sitzt auf zwei Campingstühlen vor dem Wohnmobil am Strand, kann sich eine Tasse Kaffee zubereiten und die Surfer am Strand beobachten. Wirklich sehr entspannend und individuell. Wir hielten dann noch kurz an einem der riesigen Supermärkte um uns mit Lebensmitteln und Getränken für die kommenden Tage auszustatten.

Weiter ging es, der Küstenstrasse folgend, vorbei an pitoresken Fischerstädtchen, wie "Carmel" (hier war Clint Eastwood einst Bürgermeister) und traumhaften Sandstränden nach "Santa Barbara", gut 100 km nördlich von L.A. gelegen. Hier erhielten wir bereits  in Deutschland von Kunden einen Tipp, bezüglich eines traumhaft gelegenen Campingplatzes, in den auslaufenden Hügeln der "Sierra Madre". Der Campingplatz war jedoch leider sehr gut versteckt. Durch die sehr schnell einbrechende Dunkelheit hatten wir zunächst etwas Mühe ihn zu finden. Glücklicherweise konnten uns einige Passanten diesbezüglich behilflich sein und nach Auffinden besagten Campingplatzes und Erreichen unseres zugewiesenen Stellplatzes mussten wir dann noch feststellen, dass das Ausfahren der Stabilisationsfüße bei Tageslicht und auf dem Video doch etwas einfacher aussah, als es sich uns nun in der Realität und im Dunkeln darstellte. Mit kleiner Unterstützung unserer hilfsbereiten Camping-Nachbarn gelang es uns das Gefährt "nachtfertig" zu machen. 

Groß dann aber die Überraschung am nächsten Morgen: wir standen erhöht in den Bergen mit einem traumhaften Ausblick auf den Pazifik. Man konnte sogar in einiger Entfernung die ersten Ausläufer von Los Angeles erkennen. Herrlich dann auch das Frühstück vor dem eigenen "Zuhause" mit unbezahlbarem Ausblick.

Los Angeles

Zu dieser Stadt gibt es selten zwei Meinungen. Die Einen finden sie furchtbar, die Anderen lieben sie. Ich gestehe, dass ich mich zu der sicherlich kleinerer, letzeren Gruppe zähle. Wir legten zunächst eine kleine Pause in "Venice Beach" ein. Der ca. 5 Kilometer lange Strandabschnitt ist wirklich schwer zu beschreiben: man findet hier entlang des Boardwalk, einer breiten Strand-Straße, auf der man sich nur mit Transportmitteln ohne Motor fortbewegen darf, viele verschiedene bunte Geschäfte: Vom Souvenirladen, bis zum Open Air Fitnessstudio "World Gym" am "Muscle Beach", hin über Tatoo-Shops und Strassenkünstler ist hier ein wirklich buntes Völkchen anzutreffen. Man kann sich für ein paar Dollar ein "Beach Bike" leihen und die Promenade bequem entlang fahren - vorbei an Aktionskünstlern, Skatern und natürlich den obligatorischen, Californischen Surfern.

Unsere Reise führte uns dann weiter über den Santa Monika Boulevard, entlang des Sunset Boulevards in die Stadtteile "Beverly Hills" , "Bel Air" und "Hollywood". Natürlich gehört zu einem Besuch L.A.`s auch ein Spaziergang entlang des "Walk of Fame", mit den eingelassenen Sternen bekannter Hollywood-Größen. Nebenbei bemerkt hatten wir nie ein Problem, geeignete Parkplätze für unser Wohnmobil zu finden. Wir hatten dann noch das Glück, den Schauspieler Russel Crowe mit seiner Crew bei Dreharbeiten zu einem neuen Film beobachten zu können. Nach einer weiteren Übernachtung in den Bergen von Beverly Hills mit spektakulärem, abendlichem Blick auf die hellerleuchtete Skyline von Los Angeles, besichtigten wir am nächsten Morgen mit neuer Kraft die Universal Filmstudios und nahmen u.a. an einer Tour "Zu den Villen der Stars" teil. Sehr deprimierend ;-)

Am nächsten Morgen führte uns die Reise dann weiter entlang eines Stückchens der bekannten "Route 66" durch die Mojave Wüste, nach Barstow, wo wir einen weiteren Stopp einlegten und die Geisterstadt Calico besichtigten. Die Stadt stammt aus Zeiten des "Silver rush" in Californien und man hat wirklich das Gefühl, hier sei die Zeit um die Jahrhunderwende stehen geblieben. Sonderlich lange muß man sich hier jedoch nicht aufhalten. Weiter ging es also auf dem Highway 15, direkt durch den Bundesstaat Nevada nach Las Vegas.

Las Vegas

Wir erreichten Las Vegas in der fortgeschrittenen Dämmerung und waren auf Anhieb fasziniert. Aus der Mojave Wüste kommend, sieht man in der Ferne, am Horizont einen hellen Lichtball. Nähert man sich diesem unglaublich hellen Leuchten, entpuppt es sich als besagte Stadt. Las Vegas liegt wie eine Oase aus grellen Lichtern und riesengroßen Hotelanlagen mitten in der Wüste. Wir steuerten unseren Campingplatz an und beschlossen, die Stadt am nächsten Morgen in aller Frische zu erkunden.   

Um es vorweg zu nehmen: man wird von den Dimensionen der Bauten hier förmlich "erschlagen". Ich denke, es gibt nichts auf der Welt, was mit dem Gigantismus in Las Vegas vergleichbar erscheint. Alleine die verschiedenen "Themenhotels": Das "Luxor" - einer riesigen Pyramide samt Sphinx vor dem Eingang, das "Excalibur" - eine Ritterburg die Sir Lanzelot hätte neidisch erblassen lassen, das "Treasure Island" - vor dem Eingang findet allabendlich eine Piratenschlacht mit dazugehörigem Schiff in Originalgröße statt, und so weiter und so fort. Man benötigt allein zwei Tage um die einzelnen Hotels zu besichtigen. Die Übernachtungspreise sind übrigens recht moderat, da das Geld hier in den Spielkasinos verdient wird, die es in jedem Hotel zu durchqueren gilt, bevor man die Rezeption erreicht.

Wer das ganze Ausmaß dieser Stadt erfassen möchte kann auch einen abendlichen Helicopterflug für ca. 50 Euro durch die Hochhausschluchten buchen. Ein einmaliges Erlebnis.

Besonders ist natürlich auch ein Rundflug über die angrenzende Schluchtenlandschaft des Grand Canyon zu empfehlen. Sie sollten den Flug früh morgens oder spät abends buchen, da hier die Farben und Schattierungen der Felsen aus der Luft am beeindruckensten sind. Ein dreistündiger Flug mit einer Sportmaschine wird bereits für 100,- Euro angeboten. Es lohnt sich! Nicht versäumen sollten Sie auch eine der Shows in den Hotels.Das Angebot reicht von Musicals, über Konzerte bis hin zu diversen Darbietungen des bekannten "Cirque du Soleil". Annähernd Jedes Hotel verfügt über seine eigene Unterhaltungsshow.

Nachdem es uns leider nicht gelang die Urlaubskasse in einem der Casinos entscheidend aufzufüllen, war es an der Zeit, den Heimflug anzutreten. Praktisch: Condor fliegt zweimal die Woche direkt zwischen Las Vegas und Frankfurt. Die Rückgabe des Campers erfolgte im übrigen genauso unbürokratisch wie dessen Anmietung. Mit einem kostenlosen Shuttlebus wurden wir dann von der Vermietstation zum nahegelegenen Flughafen gefahren. Eine faszinierende Rundreise durch ein beeindruckendes Land ging zu Ende. Beim nächsten Mal würden wir uns aber doch ein wenig mehr Zeit nehmen... 

 

 

 








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