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Erstellt am 21.03.2009
Reisebericht AIDA Luna Jungfernfahrt 2009
Kreuzfahrten, Deutschland - MM @ 08:14
Im März 2009 hatte ich die Möglichkeit auf einer dreitägigen Kurzreise von Emden nach Hamburg, das neueste Schiff der AIDA-Flotte, die AIDA Luna kennen zu lernen. Da ich Kreuzfahrten bis dato nur auf den „klassischen“ Schiffen kannte (MS Berlin, MS Seven Seas Voyager), war ich sehr gespannt auf die Umsetzung des Clubkonzeptes auf das Wasser, bzw. auf ein Schiff.
Die Anreise nach Emden erfolgte ganz bequem in der 1. Klasse der Bahn. Hier gibt es nichts zu bemängeln und die DB wurde ihrem oft schlechten Ruf in keinster Weise gerecht. Wir erreichten den Emdener Hauptbahnhof nach einmaligem Umsteigen in Düsseldorf nach ca. 5 Stunden Fahrt ab Frankfurt/M. Am Bahnhof erwarteten uns bereits die Transferbusse, die uns in ca. 5 Minuten zum Hafen brachten. Bereits von weitem konnte man das imposante, knapp 70.000 BRT schwere und bunt bemalte Schiff bestaunen. Steht man dann direkt vor der AIDA Luna, werden einem die eigentliche Ausmaße von 252 Metern Länge, sowie 32 Metern Breite und 13 Decks Höhe erst richtig bewusst (zum Vergleich: die Queen Mary 2 ist lediglich 70 Meter länger).
Das Einchecken auf dem Schiff lief dann nicht unbedingt reibungslos: Eine Wartezeit von ca. 45 Minuten musste man in Kauf nehmen, bis alle Formalitäten der sich einreihenden Passagiere erledigt waren. Das Clubschiff AIDA Luna verfügt über 1025 Kabinen, von denen ca. 65% über einen eigenen Balkon verfügen. Die Kabinen sind relativ klein und laden nicht zum längeren Verweilen ein – sollen sie aber auch nicht. Das Konzept der Reederei geht dahin, dass sich die Gäste in den verschiedenen Bereichen des Schiffes, nicht aber auf der Kabine aufhalten sollen. Folglich vermisst man kleine Annehmlichkeiten, wie bspw. eine Minibar. Von der Buchung einer Innenkabine – im speziellen mit mehr als 2 Personen – kann ich trotz allem nur abraten. Auch ohne große Ansprüche ist hier der Raum und speziell das Bad doch nicht für Menschen über 1,80m ausgelegt. Ich empfehle unter allen Umständen eine Außenkabine mit Balkon.
Ist man erst mal an Bord benötigt man ca. 1-2 Tage um sich auf dem Schiff zu orientieren. Die hohe Anzahl der Kabinen und Decks ist doch zu Beginn der Reise, wie auf den meisten Schiffen, etwas verwirrend. So sah man viele Gäste mit den Decksplänen umherirren und die meistgestellte Frage war:“wo ist eigentlich jetzt vorne und wo hinten?“. Aber nach ein paar Schiffsrundgängen fällt die Orientierung etwas leichter. Beeindruckend sind auf der AIDA Luna die Anzahl der Unterhaltungs- und Sportmöglichkeiten. Neben einem riesigen Spa-Bereich (2300qm), findet man auch ein Fitnessstudio, einen Multifunktionsplatz für Tennis, Volleyball, Basketball und Fußball, sowie einen Squash Platz unter freiem Himmel. Neben diversen Restaurants fehlt es natürlich auch nicht an diversen Bars (Raucher und Nichtraucher), sowie einer Disco und einem Kino. Am auffälligsten erschien mir jedoch die monströse Videoleinwand auf dem Sonnendeck (8 x 4,5m), auf der permanent Werbung für andere AIDA-Schiffe gezeigt wurde. Abends wird hier zusätzlich die Live-Show aus dem Theater (welches sich über drei Decks erstreckt) übertragen. Etwas verwundert war ich über die Größe des Pools auf dem Schiff. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass hier mehr als 5-7 Menschen auf einmal Platz finden. Rechnet man noch 2 weitere Personen für den kleinen Whirlpool auf dem Sonnendeck, erscheinen mir 9 „Badeplätze“ für 2000 Gäste doch etwas knapp bemessen.
Und hier setze ich auch mit der Kritik an: Das Schiff ist wirklich schön, verfügt aber auch nicht unbedingt über mehr oder „einmalige“ Einrichtungen, die es auf Schiffen amerikanischer oder italienischer Reedereien nicht gäbe. Es wird alles dafür getan, dass sich die Passagiere nicht zu lange auf der Kabine oder auf dem Sonnendeck aufhalten, da sie hier ja keinen Umsatz generieren. Es sollen Landausflüge gebucht werden und man soll sich an einer der unzähligen Bars aufhalten und konsumieren. Zudem ist das Schiff auf dem Sonnendeck durch ca. 2,50m hohe Plexiglasplatten fast hermetisch nach außen abgeschlossen. Es gibt nur wenige Stellen auf dem Schiff, an denen man sich an die Reling stellen kann und sich etwas Seeluft um die Nase wehen lassen kann. Positiv ist auf jeden Fall die Qualität der Abendveranstaltungen zu erwähnen – negativ, dass man sie in der Regel nicht live verfolgen kann, da das Theater zwar einen schicken Eindruck hinterlässt, jedoch für die Anzahl der Gäste in keinster Weise ausgelegt ist und sich gänzlich unpraktisch präsentiert. Gäste die keinen der wenigen Sitzplätze ergattert haben, können sich die Shows jedoch auf Fernsehbildschirmen anschauen, die überall an den Bars verteilt hängen. Naja.
Fazit: für Gäste die noch nie mit einem Kreuzfahrtschiff gereist sind, kann man die AIDA-Schiffe durchaus weiterempfehlen. Besonders die relativ niedrigen Kinderpreise dienen hier oft als Verkaufsargument für Familien und Alternative zu einem herkömmlichen Pauschalurlaub. Nicht vergessen sollte man bei der Urlaubsbudgetplanung, dass die Nebenkosten für Getränke, Eintritt in den Spa-Bereich und vor allem die Landausflüge nicht unerheblich sind. Gäste die bereits auf klassischen Kreuzfahrtschiffen gereist sind und bei denen das „Erlebnis Schiff“ im Vordergrund steht, werden sich auf der AIDA Luna voraussichtlich nicht so wohl fühlen.
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