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Erstellt am 09.10.2008

Reisebericht Malediven Insel Velidhu im Ari-Atoll

   

Um eine Woche zu relaxen und uns von dem "Alltagsstress" zu erholen, beschlossen meine Frau und ich in diesem Jahr einen Malediven-Urlaub zu buchen. Auf Grund der mittlerweile riesigen Auswahl an buchbaren Inseln, fiel uns die Auswahl recht schwer. Da mein letzter Besuch auf den Malediven schon 10 Jahre zurücklag, musste ich bereits im Vorfeld feststellen, dass auch hier die Ursprünglichkeit des Zielgebietes im Laufe der Jahre ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sogenannte "Barfuß Inseln" sind leider rar geworden. Mein letzter Besuch - Insel Fesdu - rührte noch aus dem Jahr 1991: Es gab keine Wasserflugzeuge, keine Schnellboote und die Tauchgründe waren paradiesisch. Das Essen fand auf einfachen Holzstühlen und -Tischen im Sand statt. Doch genug der Nostalgie. Dies nur zur Einleitung um die Hotelkritik im folgenden besser einordnen zu können.

Wir suchten uns die Insel Velidhu nach den folgenden Kriterien aus: Gut erreichbares Hausriff zum Schnorcheln, 4-Sterne Kategorie, Vollpension und eine deutschsprachige Tauchschule. Zudem sollte die Insel nicht allzu groß und möglichst über keinen Pool verfügen (siehe: "ursprüngliche Malediven"). die Wahl viel somit - nach langer Suche und ebenso langen Nächten auf diversen Internet Seiten - auf die Insel Velidhu. Nach einem strapaziösen Flug mit Condor in der Economy-Klasse, in der ein aufrechtes Sitzen für Menschen mit einer Größe von 1,90m definitiv nicht mehr möglich ist, erreichten wir nach ca. 10 Stunden Flugzeit unser Ziel im Indischen Ozean. Bereits der Landeanflug über die Inseln hinweg nach Male ist wirklich ein Erlebnis. Die Aussicht auf die kleinen Inseln, welche wie an der vielzitierten Perlenschnur an einem vorbeiziehen ist spektakulär. Ebenso, wie die Landung auf der "Flughafeninsel", welche auf Grund der kurzen Start-/Landebahn recht "abruppt" erfolgte und den ein oder anderen Aufschrei seitens der Passagiere zur Folge hatte.

Musste man früher noch mit einem Einheimischen-Boot, dem s.g. Dhoni, seinen oft stundenlangen Transfer zu der gebuchten Insel antreten, erfolgt der Transfer heute meist in Schnellbooten oder kleinen Wasserflugzeugen. Interessant: Bevor man in das kleine Wasserflugzeug einsteigt, wird jeder Passagier zusammen mit seinem Gepäck öffentlich gewogen - was einigen Touristen sichtbar unangenehm war. Daraufhin erfolgt die Zuteilung zum entsprechenden Flugzeug. Für Kunden mit Flugangst eignet sich diese Art des Transfers nur bedingt, da die (sehr jungen) Piloten durch die Bank mit kurzem Hemd, kurzer Hose und Barfuß fliegen. Für Flugzeugfans hingegen ist der Transfer ein einmaliges Erlebnis.

Auf der Insel angekommen wird man mit einem kühlen Drink empfangen und erhält seinen Bungalow-Schlüssel. Die meisten Inseln bieten eine Unterbringung in s.g. "Wasserbungalows", oder auf fester Erde an. Wir kennen beide Varianten und ziehen die Unterbringung auf festem Boden vor. Zum einen hat man den Strand direkt vor der Haustür, zum anderen sind die Wasserbungalows doch recht hellhörig. Dies bezieht sich nicht nur auf die Aktivitäten der Nachbarn, sondern vor allem auf das permanente Geplätscher. Zudem haben die Wasserbungalows auf vielen Inseln ein wenig "Reihenhaus Charakter". Aber das ist natürlich "Geschmackssache".

Die Insel an sich ist wirklich wunderschön und vor allem sind die 80 Land Bungalows alle weitgenug auseinander gebaut, so dass eine entsprechende Privatsphäre trotz der "Größe" der Insel (200m x 300m) gegeben ist. Velidhu zeichnet sich vor allem durch seine üppige Vegetation aus. Die Bungalows liegen nicht alle direkt am Strand, dafür wurde die Flora in ihrem ursprünglichen Zustand belassen und die Wohneinheiten in die Natur integriert. Dies ist auf vielen anderen Inseln auch nicht unbedingt selbstverständlich. Alles Andere entspricht den Erwartungen an eine 4-Sterne Insel. Oft wird bemängelt, dass die Verpflegung auf den Inseln ein wenig monoton erscheint. Das ist sicherlich richtig, wobei es zu bedenken gilt, dass man sich auf einem kleinen Atoll, mitten im Indischen Ozean befindet. Dass hier vermehrt Fisch in verschiedenen Variationen angeboten wird, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Trotz allem empfanden wir die indische Küche als sehr schmackhaft und abwechslungsreich.

Wir waren also rundherum zufrieden mit unserem Aufenthalt und haben uns hervorragend erholt. Man muss an dieser Stelle jedoch noch das Folgende anmerken: Ein Urlaub auf den Malediven ist wirklich sehr speziell. Da die Inseln meist recht klein sind und man diese in 5 Minuten umrundet hat, sollte man entweder an der Unterwasserwelt interessiert sein (sprich: eine gewisse Leidenschaft für das Schorcheln oder Scuba-Tauchen mitbringen) oder zumindest mit sich selbst (oder seinem Partner) etwas anfangen können. Die Auswahl an Ausflügen, bzw. die Möglichkeit für ausgedehnte Strandspaziergänge sind hier entsprechend begrenzt.

Abschließend noch ein offenes Wort zu der Unterwasserwelt: Für mich persönlich war es leider ein wenig enttäuschend. Der Tropensturm El Nino hat 1998 für einen starken Anstieg der Wassertemperatur (bis 35 Grad C) gesorgt und somit eine unglaubliche Korallenbleiche verursacht. Es wird geschätzt, dass ca. 70% der gesamten Korallen-ins besondere an den Hausriffen-zerstört wurden. Dies hatte zur Folge, das der Fischbestand stark dezimiert wurde. Die traumhaften Unterwasserwelten, die man vor 1998 noch erleben konnte, gibt es definitiv nicht mehr. In Gesprächen mit Gästen (auch auf anderen Inseln) wurde dieser Eindruck bestätigt. Viele waren sogar der Meinung, die Unterwasserwelt könne mit der in bspw. Marsa Alam nicht mehr mithalten.

Für diejenigen, die die Malediven noch nicht kennen, ist eine Reise dorthin jedoch allemal ein einmaliges Erlebnis.

 








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